Freitag, 18.05.2012 12:32 Uhr

Das Phänomen Ransomware

Verfasser: HE Offenbach und Kreis, 18.02.2012, 11:44 Uhr
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Offenbach und Kreis [ENA] Es werden auf dieser Seite Logos von Behörden, z.B. Bundespolizei oder BKA verwendet, um den behördlichen Charakter zu untermauern, bzw. vorzutäuschen. Dabei sollen von dem betroffenen Rechner verbotene Seiten (Pornografie oder Gewaltverherrlichung) aufgerufen worden sein, so der Vorwurf auf dieser eingeblendeten Seite, was zur Folge hat, dass der Rechner nun gesperrt, bzw. blockiert wurde.

Gegen Zahlung einer Strafe kann der Rechner wieder freigeschaltet werden. Als Zahlungsmöglichkeiten werden digitale Zahlungssysteme von Ukash und Paysafecard angeboten. Auch verwenden die Täter seit neuestem eine angebliche Mitteilung der Firma Microsoft, die zur Freischaltung einer Windows- Lizenz gegen Bezahlung von 100 Euro auffordert. Auch die GMA wird angeführt, für User, die Musik heruntergeladen haben sollen, die illegal sind. Es wird dringend abgeraten, bei einer solchen Meldung, bzw. Sperrung des PC zu bezahlen! Die Überweisung des Geldes und Eingabe eines so erhaltenen Zahlencodes führt nicht zur Entsperrung des Computers! Zur Wiederherstellung des Rechners sind entsprechende Programme erforderlich.

Hessenweit wurden im Jahr 2011 1014 Fälle registriert. Es dürfte jedoch wegen Nichtanzeige dieses Deliktes die Dunkelziffer sehr hoch sein. Nach bisherigen Feststellungen tritt diese Ransoftware- Variante in der BRD, aber auch in anderen EG- Ländern, wie Spanien, England und den Niederlanden auf. Auch die Schweiz ist nach neuesten Erkenntnissen betroffen. Die Polizei, hier das HLKA, hat ein Merkblatt hierzu herausgegeben, das für Betroffene Hinweise zur Entfernung der Schadsoftware enthält. Aber auch die direkten Polizeidienststellen, hier die Polizeiläden, stehen im Bedarfsfall mit Rat und Tat zur Seite.

Die Polizei in Offenbach hat ein solches Merkblatt zur Verfügung gestellt, das hier veröffentlicht wird: "Die zehn Gebote der Internet-Sicherheit" ~ Verbinde Deinen Computer niemals ohne Firewall mit dem Internet! ~ Surfe niemals als administrativer Benutzer im Internet sondern nur mit eingeschränkten Benutzerrechten ! ~ Gebe niemals vertrauliche Daten weiter! (z. B. Paßwörter, PIN, TAN, Konto- und Kreditkartendaten, Zugangsdaten zu Online-Shops, Accounts für Profile in sozialen Netzwerken, u.s.w.) ~ Verwende immer eine aktuelle Antivirus-Software für Deinen Computer! ~Öffne niemals Anlagen, die Du nicht kennst oder Dir suspekt vorkommen)

~ Verwende beim Lesen von E-Mails nur das Text-Format! (im HTML-Format können sich gefährliche Viren, Würmer und Trojaner verstecken) ~ Setze nur aktuelle Software ein! (Aktualisiere permanent das Betriebssystem und die Anwendungsprogramme wie MS-Explorer, Mozilla-Firefox, Opera, Chrome, Adobe-Reader, Flash-Player, Java) ~ Surfe möglichst über ein virtuelles System (z. B. Bit Box) oder eine Linux-Boot-CD (z. B. Ubuntu, Knoppix) ~ Installiere niemals Software fragwürdiger Herkunft! ~ Schütze Dein WLAN! (Höchste Verschlüsselungsstufe des Routers einstellen - Ld.R. WPA 2 und sicheres Paßwort - mindestens 18 Zeichen inkl. Sonderzeichen, Klein- und Großschreibung und Ziffern).

Wenn der User diese Tipps der Polizei verinnerlicht und danach handelt, dürfte die Ransomware auf seinem Computer nicht erscheinen. Aber man sollte auch wissen: Absolute Sicherheit gibt es nicht! Kommt es dennoch dazu, dass der Computer gesperrt wird, dann bitte Anzeige bei der Polizei erstatten. Unter keinen Umständen zahlen. Es gehen keine Daten verloren, wenn man sog. Rescue- CD's (Rettungs- CD) verwendet, die man sich natürlich von einem anderen Rechner aus von Webseiten herunterladen kann. Hier z.B. bei https://www.botfrei.de /oder bei www.bsi-fuer buerger.de.

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