Duisburg trauert um die Opfer der Loveparade
Abschied von den Loveparade-Opfern Die politische Spitze Deutschlands verneigte sich in tiefer Trauer vor den Loveparade-Opfern. (Duisburg, 2. Juli 2010) Eine Woche nach der tödlichen Massenpanik auf der Loveparade in Duisburg haben in einer bewegenden Trauerfeier am Samstag (31.07.10) Angehörige, Rettungs- und Einsatzkräfte sowie Angehörige in der Duisburger Salvatorkirche Abschied von den 21 Todesopfern der Loveparade genommen. Bild: Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Christian Wulff mit seiner Frau Bettina sowie NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (v.li.n.re.)
Darunter auch zahlreiche Politiker, unter ihnen Bundespräsident Wulff und Bundeskanzlerin Merkel. Im Anschluss an die Trauerpredigten hielt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) eine bewegende Rede. Zahlreiche Trauernde hatten sich vor der Kirche und im Fußballstadion des Zweitligisten MSV Duisburg eingefunden.
Um 10.45 Uhr läuteten die Totenglocken in allen christlichen Duisburger Gotteshäusern. Um 11 Uhr begann die zentrale Trauerfeier in der Salvatorkirche mit 500 Gästen. Vor der Gedenkfeier trugen Seelsorger zusammen mit Bürgern Kerzen und Kondolenzbücher vom Unglücksort zur Salvatorkirche.
Tatsächlich ist an diesem Morgen die politische Elite des Landes in Duisburg vertreten. Außenminister Guido Westerwelle, SPD-Chef Sigmar Gabriel, Grünen-Chef Jürgen Trittin,
Gesine Lötsch von der Linken und neben der fast vollständig erschienen NRW-Landesregierung auch Karl-Josef Laumann, der Fraktionschef der NRW-CDU und Gerhard Papke, Fraktionschef der NRW-FDP und Oberbürgermeister von Düsseldorf.
Der nordrhein-westfäliche Innenminister Ralf Jäger (SPD) kommt in Duisburg zum Gedenkgottesdient für die Opfer der Loveparade-Katastrophe Auch die beiden Geschäftsführer der Ruhr 2010 GmbH, Fritz Pleitgen und Oliver Scheytt nahmen an der Gedenkveranstaltung teil.
Bürgermeister Adolf Sauerland blieb fern Einer jedoch ist in dieser für die Stadt so schweren Stunde nicht anwesend: Duisburgs erster Bürger Adolf Sauerland (CDU), weil er nach eigenen Angaben nicht provozieren wollte. Zudem könne er, wenn er teilnehme, so hieß es vor dem Gottesdienst, womöglich die Gefühle der Angehörigen verletzen, da die Frage der Verantwortung doch sehr auf der Stadt als Mitveranstalter laste. Sauerland wird vorgeworfen, das Sicherheitskonzept für die Loveparade abgesegnet zu haben, obwohl es Lücken aufgewiesen hatte. Auch Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller erschien nicht bei der Feier.
21 Kerzen für die Toten In der Kirche wurden 21 Kerzen für die 21 Opfer des Unglücks angezündet. "Die Loveparade wurde zum Totentanz", sagte der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Nikolaus Schneider, zur Eröffnung der zentralen Gedenkfeier. Mitten hinein in ein Fest überbordender Lebensfreude habe der Tod allen sein schreckliches Gesicht gezeigt. Er erwähnte in seiner Predigt auch "Erwachsene, die wie versteinert Verantwortung von sich weg schieben."
Kraft mit bewegenden Ansprache Sichtlich bewegt gedachte die erst kürzlich gewählte NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft der Opfer. Es sei schwer, angesichts des Todes, Worte zu finden, sagte sie. Das Leben junger Menschen sei grausam und jäh beendet worden, sie seien aus ihren "Hoffnungen und Träumen, aus ihren Zukunftsplänen, Familien und Freundeskreisen" gerissen worden: "Sie alle hatten ihre ganze Zukunft noch vor sich." Ministerpräsidentin Kraft versprach am Ende ihrer Rede, die lückenlose Aufklärung der Geschehnisse.
"Leid, das lange währen wird" Zuvor hatten der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck und der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, gemeinsam die Trauerfeier zelebriert. Overbeck sagte in seiner Trauerpredigt, das Leid werde lange währen. "Von jetzt auf gleich bricht alles zusammen. Menschen sterben, werden verletzt – an Leib und Seele." Foto Der Essener Bischof Fran-Josef Overbeck vor dem Beginn des Trauergottesdienstes und nach dem Gottesdienst vor den Kameras.
Am Nachmittag gegen 15 Uhr setzte sich vom Vorplatz des Duisburger Hauptbahnhofs ein Trauermarsch mit rund 2.700 Menschen in Bewegung, der zur Unglücksstelle zog. Bei der Tragödie auf der Loveparade waren 21 Menschen tödlich verletzt worden.
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