Berlins Hertha war auch am zweiten Spieltag erfolgreich.
Düsseldorf [ENA] Am zweiten Spieltag der 2. Bundesliga empfängt Fortuna Düsseldorf den Aufstiegskandidaten Nummer eins Hertha BSC in der ESPRIT arena und die heimstarke Fortuna wird es dem Hauptstadtclub schwermachen. Zwanzig Heimspiele ohne Niederlage sprechen eine deutliche Sprache und sollte Warnung genug sein. Ausgerechnet Union Berlin brachte den Düsseldorfern die letzte Heimniederlage bei.
Am ersten Spieltag dieser Saison verlor Fortuna bei Energie Cottbus, während Hertha im heimischen Olympiastadion RW Oberhausen bezwang. Berlins Trainer Markus Babbel änderte seine siegreiche Mannschaft nicht und somit blieb dem von einer Angina genesenen Brasilianer Raffael erst einmal nur ein Platz auf der Ersatzbank. Patrick Ebert, Fabian Lustenberger und Daniel Beichler fallen wegen Verletzungen weiterhin aus. Düsseldorfs Trainer Norbert Meier kann auf Oliver Fink wegen eines Muskelfaserrisses nicht zurückgreifen.
Der gebürtige Düsseldorfer und jetzige Hertha Manager Michael Preetz, der unter anderem auch für die Fortuna aktiv war, reiste bereits am Freitag in die Landeshauptstadt, um seiner Mutter, Familie und Freunden einen Besuch abzustatten. Preetz fiebert dem Spiel besonders entgegen und will natürlich mit seiner Mannschaft die Punkte entführen, und würde sich freuen, wenn Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC gemeinsam den Aufstieg in die 1. Bundesliga schaffen würden.
Als die Düsseldorfer schon im Spiel waren, hatte es den Anschein, als würden die Berliner noch in der Kabine verweilen, denn sie fanden überhaupt nicht ins Spiel. Die Gastgeber hatten gute Möglichkeiten zum Torerfolg zu kommen, hatten aber Defizite im Abschluss, so dass die Gäste die Anfangsphase schadlos überstanden. Mit der ersten Annäherung in Richtung Strafraum kamen die Hauptstädter zum Führungstreffer. Ein Freistoß von Nikita Rukavytsya brauchte Rob Friend den Ball nur noch über die Torlinie lenken.
Kurz danach versemmelte Valeri Domovchiyski eine Großchance, frei vor dem Tor stehend schob der Bulgare den Ball am Tor vorbei. Er sollte dann aber noch eine Chance bekommen, von Peter Niemeyer bekam er den Ball im Strafraum und diesmal traf der Bulgare unter die Latte.
Dem Spielverlauf nach war die zwei Tore Führung natürlich sehr schmeichelhaft, hatte aber die Rheinländer geschockt. Hertha wurde nun sicherer, aber von gutem Fußball konnte keine Rede sein. Ein Fehler von Herthas Torwart Maikel Aerts hätte dem Gastgeber fast noch den Anschlusstreffer beschert, so blieb es aber bis zur Pause bei der komfortablen Führung der Gäste.
Düsseldorfs Coach Norbert Meier reagierte in der Halbzeit und veränderte sein Offensivpersonal. Für Sandro Torghelle und Marco Christ kamen Wellington und Sascha Dum in die Begegnung. Die Partie fing in der zweiten Halbzeit an wie die erste, nämlich mit Vorteilen der Gastgeber. Hertha hielt gut dagegen und Maikel Aerts stellte eindrucksvoll seine Qualitäten in der Strafraumbeherrschung unter Beweis. In der Folgezeit gab es Torchancen auf beiden Seiten, blieben aber zunächst ohne Erfolg. So etwas wie Spielkultur kam in das Spiel der Gäste, als Raffael eingewechselt wurde, der Brasilianer lernte aber auch gleich die Härte in der zweiten Liga kennen.
Die Zeit verstrich wie im Fluge und Hertha konnte die Führung mit zwei Toren Vorsprung – wenn auch mit gelegentlichem Glück – halten, als dann Wellington mit einem Sonntagsschuss am Montag aus mehr als 30 Meter auf 1:2 verkürzte, wurde es für die Hauptstädter eng und das große Zittern begann. Fortuna Düsseldorf drängte jetzt mit aller Macht auf den Ausgleich, der aber nicht gelang.
Als dann der eingewechselte Thomas Bröker in der letzten der dreiminütigen Nachspielzeit auf die Idee kam, den Ausgleich mit einem geschundenen Elfmeter herauszuholen, sah der Düsseldorfer die Ampelkarte, weil Schiedsrichter Robert Hartmann das Vorhaben durchschaut hat. Der Auswärtssieg der Hertha bei der heimstarken Fortuna hing bis zum Schlusspfiff am seidenen Faden und die Berliner werden sich enorm steigern müssen, um ihr hohes Ziel zu verwirklichen.
Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC 1:2 (0:2)
Fortuna Düsseldorf: Ratajczak, Weber, Langeneke, Tiago, van den Bergh, Costa (79.Bröker), Zoundi, Christ (46.Dum), Lambertz, Torghelle (46.Wellington), Jovanovic. Trainer: Norbert Meier
Hertha BSC: Aerts, Lell, Hubnik, Mijatovic, Kobiashvili, Niemeyer, Perdedaj, Rukavytsya (69.Raffael), Domovchiyski (78.Ronny), Ramos, Friend. Trainer: Markus Babbel
Schiedsrichter: Robert Hartmann (Krugzell)
Tore: 0:1 (25.) Friend, 0:2 (30.) Domovchiyski, 1:2 (81.) Wellington
Zuschauer: 30.629 in der ESPRIT arena
Gelbe Karten: Bröker (90.) – Perdedaj (11.), Lell (74.)
Gelb Rote Karten: Bröker (90.+2)




















































