Montag, 21.05.2012 18:15 Uhr

Klima und Umweltschutz erobern die Weltmeere

Verfasser: Willi Maciol Stein, 07.09.2010, 20:32 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 1816x gelesen

Stein [ENA] Die wieder Schwung aufnehmende Weltwirtshaft beschert der Messe, die jetzt ins Englische "shipbuilding, machinery & marine technology" umfirmiert hat, nicht nur bei den Ausstellern ein volles Haus. Die 90 000 Quadratmeter auf dem Messegelände sind komplett ausgebucht. Auch die erwarteten 50 000 Besucher machen Hamburg für vier Tage zum Mittelpunkt der int. Schiffbaubranche.

Neben Umwelt und Klimaschutz ist die Offshore-Technik derzeit der Hauptinnovationstreiber und Ideenbeschleuniger der maritimen Branche, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung Hamburg Messe und Congress, Bernd Aufderheide, gestern zum Messeauftakt. So stehen alle präsentierten Neuentwicklungen ganz im Zeichen von Nachhaltigkeit und verbesserter Wirtschaftlichkeit. Schwerpunktmäßig haben die Ingenieure dabei getreu der Formel "geringerer Widerstand gleich geringerer Brennstoffverbrauch" geforscht und dabei sowohl neue Rumpfformen als auch Lösungen, die den Reibungswiderstand durch außen am Rumpf entlang geführte Luft verringern, entwickelt. Unabhängig davon konzetrieren sich die Motorenanbieter auf den "Dual-fuel-Betrieb".

Also je nach Bedarf mit Diesel oder Gas fahren zu können. Auch wenn sich die weltweiten Schiffbaumärkte wieder erhohlen, sieht der Vorsitzende des europäischen Werftenverbandes CESA und Inhaber der Papenburger Meyer Werft, Bernard Meyer, die Branche beim Auftragsvolumen erst wieder auf dem Niveu der Jahre 2003/2004 angekomme. Auch die Preise befänden sich auf dem Stand von 2004. Vor diesem Hintergrund fordert Meyer die Politik nicht nur dazu auf, weltweit auf die Einhaltung klarer Anti-Dumping-Regeln durch alle Marktteilnehmer zu drängen. Er mahnte auch an, in ganz Europa eine schnelle Krisenreaktion zu definieren und sie auch zu implementieren.

"Die maritime Welt braucht Europa, um vor allem auf dem Gebiet umwetschonender Technologien voranzukommen." An die deutsche Politik appelliert Meyer, dem infolge der ausgedünnten Auftragsbücher auf den Werften drohende Substanzverluste engegenzuwirken. Es gehe darum, nicht nur im Interesse von Hunderttausenden hoch qualifizierten Arbeitsplätze die maritime Kompetenz und Exzellenz zu erhalten. "Die Politik muss erkennen", so Meyer, "dass es keinen zeitlichen Spielraum mehr gibt." In dieser Situation bezeichnete der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Hans-Joachim-Ott, selbige für eine Exportnation wie Deutschland als strategisch wichtige und, wie er hervorhob, "unverzichtbare" Branche.

Neben den derzeit laufenden Förderprogrammen will der Bund daher zusammen mit Wirtschaft und Ländern die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um drei Prozent erhöhen.

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